Linke Wahrheiten?

Einige herrschaftskritische Anmerkungen zur linken Debatte um den 13. Februar

In der Nullnummer dieser Zeitung vom Februar 2008 wurde sich seitens der Herausgeber_innen dagegen entschieden, den Mobilisierungsaufruf zum 13. Februar 2008 abzudrucken. Zu gering sei der Erkenntnisgewinn, zu routiniert und eingeschliffen der Text in Aufbau und Analyse. In der Tat haben sich, erkennbar selbst bei lediglich oberflächlicher Lektüre, in den vergangenen Jahren einige „linke Wahrheiten“ in der antifaschistischen Debatte um den 13. Februar herausgebildet und festgesetzt.
Als erstes und sicher auch in exponierter Lage ist die strikte Betonung der kollektiven Schuld der „deutschen Volksgemeinschaft“ zu nennen, wie umfassend und sich ihrer selbst bewusst sich diese auch gewesen sein mag. Zum zweiten erscheint die Forderung nach einer stärkeren Kontextualisierung der Bombardierung Dresdens. Zum dritten schließlich und eng mit der zweiten Setzung verbunden liegt die Betonung auf der militärischen Notwendigkeit der Bombardierung. Alle Punkte lassen sich als entschiedene Absage an jegliche als geschichtsrevisionistisch empfundene Wahrnehmungen zusammenfassen.
Zu den Implikationen dieser Annahmen nimmt dieser Text Stellung.

Ist es zum Weinen oder Lachen, wenn Linke sich als Militärstrategen versuchen? Klar: wenn die Rechte oder der gesellschaftliche Mainstream anfängt, Opferzahlen zu maximieren und von der harmlosen Kulturstadt Dresden, die ohne ersichtlichen Grund von Flächenbrand und Tieffliegerei getroffen wurde, zu schwadronieren, kann die Linke nicht einfach schweigen. (mehr…)

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